Frisches Gemüse im Walsetal

Es gibt was Neues in Dietzenrode. Eine Insel - die Gemüseinsel.

Nächstes Jahr wird auf dem Acker am Ortseingang eine bunte Vielfalt an Gemüse stehen. Grund dafür sind zwei junge Gärtner, die sich diesem Projekt verschrieben haben. Tim Engler und Leon Schleep haben in Witzenhausen Ökologische Landwirtschaft studiert. Und nun sind sie in Dietzenrode. „Wir haben Flächen im Gebiet des Werra-Berglandes gesucht. Es ist einfach so schön hier.“ so Tim Engler. Für die beiden begann die Suche nach Flächen im Mai diesen Jahres. „Wir haben alle Ortsvorstände der Region angeschrieben und hier in Dietzenrode wurden wir recht schnell an den Inselhof weitergeleitet. Und so ergab sich dann schnell eine Kooperation.“ ergänzt er.

Die beiden pachten eine etwa 0,7 ha große Fläche. Ein Glück auch, dass nicht nur eine Scheune neben der Fläche ist, die die beiden mitnutzen können, sondern auch ein Bach - die Walse. Durch die lehmigen Böden, die Tallage und die Walse ist Wasser hier deutlich weniger ein Problem als in vielen anderen Regionen des Landes. Aber nicht nur die Wasserverfügbarkeit ist ein Pluspunkt an diesem Standort. Leon Schleep führt aus: „Wir hatten richtig Glück mit der Fläche. Der Inselhof hat diese Fläche sehr gut bewirtschaftet. Man merkt, dass hier seit über 20 Jahren mit hohen ökologischen Standards gearbeitet wurde. Der Humusgehalt des Bodens ist beispielsweise bei 4,1%. Ein phänomenaler Wert!“ Aber nicht nur die Humusgehalte seien fantastisch. „Man greift in den Boden und hat direkt zwei bis drei Regenwürmer zwischen den Fingern. Die fühlen sich hier richtig wohl.“ führt Tim Engler aus.

Durch das Studium haben die beiden viele Ideen erhalten, die sie nun umsetzen wollen, um so die gute Arbeit des Inselhofes fortzuführen. So wollen sie Hecken pflanzen, Pflanzenkohle produzieren und Nistplätze für Vögel schaffen. Bei ihrer Arbeit verzichten die beiden auf große Schlepper. Alles was sie brauchen sind ein kleiner Einachsschlepper und verschiedene Handgeräte. „In den letzten Jahren wurden viele neue Gartengeräte entwickelt, die es uns ermöglichen auf einen Traktor zu verzichten und dennoch oder sogar gerade deshalb viel zu ernten.“ beschreibt Leon Schleep ihren Ansatz. „Dadurch, dass wir nicht mehr auf die Hackbreiten der Anbaugeräte für den Schlepper angewiesen sind, können wir die Kulturen enger pflanzen und haben so einen höheren Ertrag pro Quadratmeter.“

Aber den beiden geht es nicht nur um einen guten Ertrag und eine ökologische Wirtschaftsweise. Für die beiden steht auch der Gemeinschaftsaspekt im Vordergrund. Denn sie werden ihr Gemüse nach dem Modell der Solidarischen Landwirtschaft – kurz Solawi – an die Eichsfelder*innen bringen. Bei diesem Vermarktungsmodell erwerben die Kund*innen zu Beginn der Saison einen Anteil an der Ernte. Dadurch haben die Gärtner der Gemüseinsel mehr Planungssicherheit, da sie wissen, dass ihre gesamte Ernte abgenommen wird. Die Mitglieder der Solawi bekommen dann über die Saison jede Woche frisches und saisonales Gemüse. Und da beinahe nichts weggeworfen wird, wie es bei Marktständen oft üblich ist, bekommen die Mitglieder ihr Gemüse auch zu einem fairen Preis. Zudem können sie auch mithelfen, bspw. an Mitmachtagen. So wissen sie nicht nur, woher das Gemüse kommt, sondern haben auch einen Einblick, wie es angebaut wird. Abholstellen für das Gemüse wird es in Bad Sooden-Allendorf, Heilbad Heiligenstadt und ab Hof geben.

Um eine Gärtnerei aufzubauen müssen viele Investitionen getätigt werden. Und aus diesem Grund starten die beiden gerade eine Crowdfunding-Kampagne auf ecocrowd.de. Dort bieten sie Tauschgüter wie Workshops oder auch ein Ackerkonzert an. Das eingenommene Geld fließt direkt in die Startfinanzierung des Projekts. Für mehr Informationen steht die Webseite www.solawi-gemueseinsel.de zur Verfügung. Zudem posten die beiden regelmäßig Bilder auf Instagram. Tim Engler: „Wir freuen uns über jedes Mitglied. Es ist für uns eine ganz spannende Zeit und wir haben viele Ideen für die Zukunft. Wir fühlen uns schon jetzt sehr wohl hier im Eichsfeld.“

Text und Bild: Tim Engler und Leon Schleep

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