Lichtblicke in der „Corona-Zeit“

Sehr verehrte Einwohnerinnen und Einwohner der VG Uder,

seit dem Anstieg der Erkrankungen mit dem neuartigen Corona-Virus hat sich unser Alltag sehr verändert. Jeder merkt das und jeder nimmt die Nachrichten zur Kenntnis, ob die Fallzahlen weiter gestiegen sind und ob man sich selbst einer Gefahr aussetzt, wenn man mit Anderen zusammentrifft.

Trotzdem muss das Leben weitergehen. Ob man arbeiten geht, von zuhause arbeitet oder notwendige Besorgungen macht. Zuweilen fehlt uns auch der Kontakt zu Menschen, die wir sonst gern um uns haben. Aber es gibt auch Gutes. Von dem möchte ich heute berichten.

Das sind die vielen Menschen, die das Gemeinwesen in den Bereichen, die wir dringend brauchen, am Laufen halten. Da wären zuerst unsere Arztpraxen zu nennen. Dort, wo täglich viele Menschen zusammenkommen, ist die Gefahr der Ansteckung besonders hoch. Also gilt es, auf den Schutz der Patienten selbst und auf den Schutz des medizinischen Personals zu achten. Schutzmasken, oder andere Schutzausrüstung sind kaum zu bekommen, also muss überall improvisiert werden. Es gibt mehr telefonische Beratungen, bei Terminen wird darauf geachtet, dass die Abstände zwischen den Patienten eingehalten werden und es werden Onlinesprechstunden eingerichtet, wie jüngst aus der Praxis von Frau Dr. Gralher mit Übermittlung einer Installationsanleitung mitgeteilt. Danke sagt Frau Dr. Gralher dem Bauhof Uder und den Pfadfindern, die für einen überdachten Außenbereich ein Zelt aufgebaut haben.

In der Praxis von Herrn D. Baudisch und Frau Dr. Barthels, der ich an dieser Stelle zur bestandenen Facharztprüfung gratulieren möchte, ist es ebenso möglich, eine telemedizinische Betreuung zu bekommen. Das funktioniert über den Browser des Computers (oder des iPhones) mit Webcam und Mikrofon. Über das Telefon bekommt man das Passwort mitgeteilt und dann kann es, wenn alles funktioniert, losgehen. Bei Herrn Baudisch möchte ich mich persönlich für die Beratung in seiner Eigenschaft als Hygienearzt (am Krankenhaus Eschwege) bedanken. Dieser Vertrag läuft nun aus und ab 1. Mai kann sich Herr Baudisch mit Frau Dr. Barthels voll um seine Patienten in Uder und Gerbershausen kümmern.

Auch von Frau Dr. Kiep aus Wüstheuterode gibt es Gutes zu vermelden. Alle Patienten, auch bei Hausbesuchen, sind sehr sensibilisiert für die Gefahr der Ansteckung mit dem Corona-Virus. Zum Stand 2. April konnte sie neben dem einen positiv getesteten Fall in der 1. Märzhälfte aus ihrem Wohnort vermelden, dass bisher kein weiterer Patient aus ihrer Praxis positiv getestet sei.

Und nebenbei bemerkt kommen alle unsere Hausärzte zu der Einschätzung, dass die normalen Erkältungskrankheiten in unseren Pflegeeinrichtungen sich für diese Jahreszeit auf einem niedrigeren Niveau als üblich bewegen.

Die physiotherapeutische Versorgung, so vermeldet Frau B. Gümpel aus Uder, ist für alle ärztlichen Verordnungen weiterhin gesichert. Schon vor Ausbruch des Corona-Virus wurde der Hygiene in der Praxis ein hoher Stellenwert eingeräumt. Sich weiter gut bewegen zu können - und dies auch zu tun - ist nicht nur Erhaltung von Lebensqualität, es trägt auch wiederum selbst zur Gesundheit bei.

Vorbildlich läuft es an vielen Stellen, wo die Menschen ihre Besorgungen machen. In der St. Jakobus- Apotheke, in den Einkaufsmärkten EDEKA, REWE und PENNY wird man schon am Eingang darauf aufmerksam gemacht, dass man den Mindestabstand von 1,50 m bis 2 m einzuhalten hat, wird die Zahl der Personen beim Einkaufen reguliert. Und das schon seit Mitte März. Auf die erste Verordnung vom Landkreis, den Marktleitern von der VG Uder unverzüglich zur Kenntnis gegeben, kam vom Leiter des EDEKA-Marktes sofort eine E-Mail zurück: Erhalten, gelesen, umgesetzt! Mittlerweile werden neben den installierten Plexiglasscheiben an den Kassen und den Abstandsmarkierungen auf den Fußbodenfliesen bereits die Einkaufswagen desinfiziert. Und man hilft sich untereinander. Arztpraxen, Apotheke, Pflegeheime, Einkaufsmärkte. Herzlichen Dank für Ihre Mithilfe, danke, dass Sie unseren Bürgern ein Stück Sicherheit geben, wenn sie wichtige Dinge des Alltags erledigen. Herzlichen Dank dafür, dass Sie mit ihren Mitarbeitern unter erschwerten Bedingungen täglich alles geben, damit unseren Bürgern geholfen wird, sie mit dem Nötigsten versorgt sind. Herzlichen Dank dafür, dass Sie sich mutig ihren Aufgaben stellen.  

Zuletzt gibt es auch noch Gutes von anderen Initiativen zu berichten. Am letzten Schultag, dem 16. März, fragte die Schulleiterin der Regelschule Uder, Frau Kaffee in den großen Klassen nach, wer denn bereit sei, für Andere, die unter Quarantäne sind oder zur Risikogruppe gehören und nicht mehr rausdürfen, Einkaufsdienste zu übernehmen. Spontan meldeten sich 14 Schüler. Nach Rücksprache mit den Eltern konnte Frau Kaffee in einer Beratung in der VG Uder mitteilen, dass nach Absprache mit den Eltern diese Schüler aus 7 Gemeinden der VG und aus Heiligenstadt bereit seien, diese Hilfe zu leisten. Unser erster Fall war nun gerade so eine Risikopatientin. Eine Schülerin aus der Klosterstraße leistet nun (wohl mit Unterstützung eines Elternteils mit Führerschein) diese Hilfe. Die VG Uder vermittelt diese und nachstehendes Hilfsangebote gern unter den
Tel.-Nummern: 036083 480-0, 480-32 und 480-31 oder per E-Mail an info@vg-uder.de.

In Uder kommt die Initiative „Uderaner helfen Uderanern“ dazu. Unter Federführung von Dirk Hartlieb und Andreas Uhlich gibt es für den Einkaufsdienst folgende Kontakte:

Dirk HartliebTel.: 036083 45659Fax: 01805 007 10 84 92
Andreas UhlichTel.: 0176 56809573WhatsApp: 0176 56809573
E-Mail:

uder-hilft@magenta.de

Bisher haben sich 190 Mitbürger bereit erklärt, Einkaufsdienste zu übernehmen. Entsprechende Verfahrensweisen zur Bezahlung sind mit den Märkten besprochen. Näheres erfahren Sie von den Kontaktpersonen. Bleiben Sie jederzeit gut informiert, z. B. unter www.vg-uder.de.

Und noch etwas zum Schluss. Überall ist zu hören, dass es an Schutzausrüstungen mangelt. In Uder gibt es zahlreiche Frauen, die das Nähen gelernt haben und es noch heute gern tun. So wurde die Idee der Stadtverwaltung Leinefelde aufgegriffen, in Eigenregie Behelfs-Mund-Nasen-Masken herzustellen. Die VG Uder wurde gebeten, sich um alles zu kümmern. Es wurde nun eine Bestellung von 6.000 Stück zugeschnittenem Maskenstoff (Evolon, waschbar bei 95 Grad), die entsprechenden Bänder, Pfeifendraht und Nähgarn von der VG Uder ausgelöst. Liefertermin 16. KW, also nach Ostern. (Nähanleitung unter www.vg-uder.de/informationen-zum-coronavirus.html). Wir hoffen gemeinsam mit unseren fleißigen Näherinnen einen kleinen Beitrag zu weniger Ansteckungsgefahr mit diesem Behelfs-Mund-Nasen-Schutz für unsere Einwohner leisten zu können.

Allen, die helfen, dass wir diese Zeit gut überstehen, sei nochmals herzlich gedankt. Sie alle sind Lichtblicke und Lichter, die Hoffnung und Zuversicht geben.

Eine frohe und gesegnete Osterzeit und bleiben Sie gesund!

Ihr Th. Heddergott
Gemeinschaftsvorsitzender

 

 



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