Ossenritterfest 2017

Im Vorfeld des diesjährigen Ossenritterfestes habe ich mehrmals mit den Vereins­vorsitzenden unserer Gemeinde zusammengesessen und wir haben uns Gedanken zur inhaltlichen Neuausrichtung gemacht. Veit Lamprecht hat uns ebenfalls Ideen­anstöße gegeben und es wurde festgelegt: Wir machen es dieses Jahr so! Wir hoffen auf gutes Wetter, nutzen dann unseren schönen Park und die nahegelegene Klein­sportanlage. Das Programm wurde erstellt und alle Vereine haben sich eingebracht; entweder mit einem Programmpunkt oder mit finanzieller Unterstützung für das SOS Kinderdorf. Der Bauhof wurde selbstverständlich mit involviert und war uns eine große Unterstützung. Am Sonntag haben sie mit Unterstützung aus den Vereinen ab 10:00 Uhr aufgebaut und nach 22:00 Uhr waren sie wieder mit der Technik zu Stelle, um den Park wieder für die eigentliche Nutzung herzustellen. Es hat alles wunderbar geklappt und auch die geborgten Zelte aus der Nachbarschaft, die Lichterketten und Wimpel wurden ordentlich zurückgebracht.

Am 27. August 2017 begann dann pünktlich um 14:00 Uhr der ökumenische Gottes­dienst mit Pfarrer Kiep, Pfarrer Konradi und Pfarrerin Lübke im Park. Musikalisch begleitet von den Uderaner Musikanten und mit drei Tänzen der Trachtengruppe des Heimatvereins wurde der Gottesdienst wunderschön bereichert. Frau Pfarrerin Lübke fand in ihrer Ansprache die sehr passenden Worte, warum es wichtig ist, Gemein­schaft zu pflegen. Nach dem Gottesdienst habe ich dann im Namen der Gemeinde unsere vielen Gäste begrüßt und das Programm nochmals vorgestellt. Und das begann erst einmal mit Kaffee und Kuchen; gereicht vom Wanderverein, vom Heimatverein und vom SCU. Der Ansturm war immens; aber anders herum hätte es uns überhaupt nicht gefallen. Lothar Lendeckel war es dann, der mit Schnurren und Anekdoten das weitere Programm eröffnete und uns in Eichsfelder Mundart unterhielt. Gekonnt sicher und mit viel Humor war sein Vortrag gewürzt. Danach übernahmen die Pfadfinder das Kinderprogramm und hatten eine Wissenstrecke vorbereitet, die zu absolvieren war.

Für die musikalische Unterhaltung bei Kaffee und Kuchen sorgten dann die Uderaner Musikanten. Wie immer, so auch in diesem Jahr, sind die Musiker um ihren Chef Dirk Rheinländer ein fester Bestandteil unseres Ossenritterfestes und wie immer war auch in diesem Jahr ihr Vortrag Spitze und hörenswert.

Gerhard Klingeberg hatte seinen Esel angespannt und musste viele Runden im Park drehen, bis die ganze Kinderschar wenigstens einmal in der Kutsche gesessen hatte. Dass er dafür viele Stunden Vorbereitung auf sich genommen hat, macht diesen schönen Programmpunkt noch wertvoller. Vom Reit- und Fahrverein „St. Martin“ bzw. vom Reiterhof Kobold war Sabine Hartmann mit einem Pony unterwegs und auch hier nutzen viele Kinder die Gelegenheit, einmal auf einem Ponyrücken durch den Park zu reiten.

Enrico Runge und seine „Ninja-Kids“ begeisterten die vielen großen und kleinen Ossenritter mit ihrer Schauvorführung zum Thema „Selbstverteidigung“. Eine wirklich gelungene Vorführung! Das gleiche konnten wir auch zum Auftritt der Jungen Garde des SCU sagen. Was die Mädels schon perfekt einstudiert haben, war ein Augen­schmaus. Zwischenzeitlich liefen auch die Vorbereitungen für das Entenrennen auf der Leine. Die Jungs von der Feuerwehr hatten ihre langen, wasserdichten Hosen parat, um die Siegerente exakt festzuhalten und auch die restlichen der über 70 Enten zu bergen. Da man vorher nicht wusste, wer gewinnt, gab es nachher Überraschungseier für die Erstplatzierten und für jedes teilnehmende Kind einen Trostpreis.

Dieter Klinge und seine fleißige Frau und Assistentin Doris registrierten exakt, wer beim Torwandschießen des FSV 1921 e. V. die meisten Treffer bei „drei Oben und drei Unten“ erzielte. Beide moderierten dann auch die Siegerehrung und über­reichten an die drei Erstplatzierten jeweils einen Ball als Präsent vom Sportverein.

Ein sportlicher und lustiger Höhepunkt sollte das „Spiel der Giganten - Oberdorf gegen Unterdorf“ werden. Von mir wurden die Schmiedegasse und die Schulstraße willkürlich als Grenze zwischen Oberdorf und Unterdorf festgelegt. Zwei erfolgreiche Trainer wurden mit Gerhard Siegmund und Horst Engel verpflichtet und über die sozialen Netzwerke und durch Mundpropaganda wurden die Spieler gesucht und auch gefunden. Und so stand einem Fußballspiel mit Seltenheitswert nichts mehr im Wege. An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich bei Herrn Rainer Kunze von der Firma HIQ bedanken, der das entsprechende Outfit für beide Mannschaften gesponsert hat. Wie ein „Partner der Gemeinde“ (so stand es auch auf den Trikots zu lesen) eben ist! Das Ergebnis (10 zu 5 für das Oberdorf) ist eigentlich zweitrangig; es hat allen sicht­lichen Spaß gemacht, der Ruf nach Revanche war vermehrt zu hören und auch die Zuschauerkulisse war sehr ansprechend. Mit einer Kiste „Weltmeisterbier“ (so die Werbung für Bitburger) haben wir dann, Gewinner und zweiter Gewinner, gemein­sam noch auf eine schöne Abwechslung angestoßen.

Zwischenzeitlich hatte auch die Musikrichtung gewechselt. Die Uderaner Musikanten wurden von der Band „Amplitude“ abgelöst und Veit Lamprecht begrüßte in deren Namen alle recht herzlich. Auch er freute sich, dass seine Ideen aufgegriffen wurden und so gute Resonanz gefunden haben.

Der Großen Garde des SCU war es vorbehalten, das Abendprogramm zu eröffnen. Wie bereits bei der Jungen Garde, so zeigte sich auch bei den etwas älteren Mädels des SCU, dass sie ihr Hobby lieben und diese Zuneigung auch den Gästen vermitteln können. Wir brauchen nicht nach Mainz oder Köln zu schielen, wenn wir Gardetanz der Extraklasse erleben wollen, wir haben ihn im eigenen Dorf. Wunderbar!

Wunderbar war auch die Versorgung nach dem Kaffee. Der Vorsitzende vom Reit- und Fahrverein „St. Martin“ kam mit einer Gulaschkanone vorgefahren und bot leckere Suppe an; jedenfalls bis die Kanone auch „ihren letzten Schuss“ getan hatte bzw. der Kessel leer war. Ebenso „geplündert“ wurde auch der Bratwurst- und Gyros­stand der „Knorris“. 450 Bratwürste und 12 kg Gyros müssen erst einmal zubereitet werden und da kann ich verstehen, wenn der Vorsitzende Andreas Uhlich sagt: „Wir haben vom Programm nichts mitbekommen“.

Aber nicht nur Essen; auch das Trinken haben die vielen Gäste nicht vergessen und dass keine Kehle trocken blieb, dafür haben die Kirmesburschen mit ihrem Stand gesorgt. Natürlich gab es neben Bier und Radler auch alkoholfreie Getränke. Wein­haltige Getränke und Wein in seiner Ursprungsform bot dagegen der Kirchenchor in Persona von Familie Weinrich an. Ob rot oder weiß, ob lieblich oder trocken; für jeden Gaumenfreund war etwas dabei. Und wer etwas Außergewöhnliches wollte, der wurde beim Ossenritterfest auch fündig. Der CDU Ortsverband hatte einen eigenen Stand aufgebaut und verwöhnte die Gäste mit verschiedenen Cocktails oder selbstgemachter Bowle. Auch dies wurde dankend angenommen!

Ich war am Nachmittag nochmals bei ihm und habe mich überzeugen können, dass er mit einem „Turban“ nicht auftreten konnte. Sein Kopf war nach einer Vor-OP verbunden und zwei Tage später sollte noch eine richtige OP in Nordhausen erfolgen. Er konnte also seine Auszeichnung nicht selbst in Empfang nehmen. Er bat daher seine Frau, dies stellvertretend für ihn zu tun. Und so konnte ich die Aus­zeichnung „Ossenritter des Jahres 2017“ nicht an Hubert Glorius, sondern an seine liebe Frau Waltraud, überreichen. Zur Begründung habe ich gesagt: „Er ist eine Institution in Uder! Wir ehren in diesem Jahr eine Persönlichkeit, die zu Uder gehört wie der Ossenritter im Park! Und er ist so aktiv wie am ersten Tag! Dieser Tag liegt allerdings schon 66 Jahren zurück. Seit Anfang der Fünfziger Jahre des letzten Jahrhunderts ist Hubert Glorius in Uder dafür zuständig, dass niemand mit kaputtem Schuhwerk unterwegs sein muss. Im nächsten Jahr kann er auch auf eine 55-jährige Meistertätigkeit zurückblicken. Stets freundlich, ganz fachmännisch und meist mit seiner lieben Frau an der Seite; so trifft man Hubert Glorius in seiner Einlieger­werkstatt in der Brückenstraße an. Längst hätte er sich zur Ruhe setzen können; aber dafür ist er noch nicht geschaffen. Und so kann man auch 2017 noch seine Schuhe oder Lederwaren zu Hubert bringen und bekommt diese zu einem sehr fairen Preis und in ausgezeichneter Qualität wieder.“ Gefreut habe ich mich, dass ich viele Preisträger der letzten Jahre beim diesjährigen Fest wiedergetroffen habe. Sogar Direktor Günther Dölle war mit seiner Frau aus Kirchworbis angereist. „Ich möchte doch gern wissen, wer mein Nachfolger wird“, waren seine Beweggründe. Aber auch Monika Backhaus, Seppl Trümper, Klaus Gümpel, Siegfried Paul und Werner Röhrig habe ich gesehen.

Nach der Musik von Amplitude gab es einen weiteren Höhepunkt an diesem Abend und der sollte ein wenig an das Lichterfest vom Ortsjubiläum erinnern. Eigens dazu wurde ein knapp 3 m großes Wappen der Gemeinde angefertigt und dieses konnte dann mit Teelichtern „ausgefüllt“ und zum Leuchten gebracht werden. Ein wunder­bares Bild. Die Teelichter konnten mit einer Spende für das SOS Kinderdorf erwor­ben werden.

Wunderbare Bilder gab es auch von Matthias Isenhuth und seiner Drohne, die er den ganzen Nachmittag „kreisen“ ließ. So entstand dann auch eine Art „Gruppenbild“ von allen Anwesenden und dies wird mit Sicherheit der Nachwelt erhalten bleiben.

Was bleibt noch? Natürlich Danke zu sagen! Danke an unsere Vereine für eine tolle Vorbereitung, Durchführung und Teilnahme. Danke an unseren Bauhof für die Arbeiten im Hintergrund; die man wahrnimmt, aber nicht immer sieht. Danke an den Landkreis, dass wir die Turnhalle und das „Ochsenstadion“ (früher Kleinsportanlage) nutzen durften. Ein Dankeschön an den Tourismusverband aus Heiligenstadt; die Zelte waren schon optisch eine tolle Bereicherung. Danke an André Schneider, der den Ansturm vorhergesehen hat und vorbereitet war und ein ganz herzliches Dankeschön nochmals an alle Vereine, die ihre Reinerlöse ausnahmslos für ein Projekt vom SOS Kinderdorf zur Verfügung gestellt haben! Sollte ich jemanden bei der Aufzählung vergessen haben, so war mir dies beim Schreiben nicht bewusst und entschuldige mich schon einmal dafür.

Fazit: Ein wirklich gelungenes Fest und mit Sicherheit wird es daher im nächsten Jahr eine Fortsetzung geben.

Ihr Gerhard Martin
Bürgermeister von Uder und Schönau

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