Ob Klein oder Groß, in Röhrig sind die Moped's los...

Zweite Ausfahrt der Biker-Freunde-Röhrig durch das Eichsfeld. - Am Samstag, 29. August 2020, starteten die Biker-Freunde ihre diesjährige Tour durch das Eichsfeld.

Normalerweise sollte an diesem Wochenende das schon lange geplante Seifenkisten­rennen stattfinden. Auf Grund der aktuellen Lage und den damit verbundenen Auf­lagen für ein stimmiges Hygienekonzept, konnten wir diese große Veranstaltung nicht durchführen. Das Seifenkistenrennen wird nun 2021 stattfinden.

So plante Erhard Roth, Organisator der Tour, mit Absprache des Sportvereins, die Tour auf dieses freie Wochenende zu legen. Es wurde sorgfältig geplant: von neon­farbenen Leuchtwesten für alle Fahrer und deren Sozius, Getränke und Speisen für den Mittagssnack, Anmeldung bei der Straßenverkehrsbehörde bis hin zum Begleit­fahrzeug mit mobiler Werkstatt und ein Ersatz-Moped.

Erhard Roth fuhr schon Wochen vor der Tour verschiedene Strecken ab und entschied sich am Ende für eine Fahrt in das Südeichsfeld. Wie schon im Vorjahr, standen am Startpunkt wieder viele Simson Mopeds, 125er Modelle, Quads bis hin zu großen Motorrädern mit 1600 ccm Hubraum. Sogar eine AWO aus dem Jahr 1956 war mit dabei. Nicht nur Fahrer aus Röhrig, sondern auch aus den Nachbardörfern wurden eingeladen. Was uns sehr freute, das Wetter war auf unserer Seite und perfekt für einen schönen Tagestrip durch das Eichsfeld.

Mit einer Ehrenrunde durch Röhrig starteten wir um 11:00 Uhr mit 27 Krafträdern in Richtung Wüstheuterode über die Dörfer bis nach Pfaffschwende. Dort gönnten wir den „Zweitaktern“ eine kleine Pause. Die hügelige Berglandschaft war für die luftge­kühlten Einzylinder-Zweitakt-Ottomotoren nicht leicht und brachte sie an ihre Grenzen. So hieß es bei einem Fahrer: „Ich glaube meine Kupplung kommt“ oder bei einem anderen: „Bei mir fehlt ein Sicherungsring, ich muss die Schraube vom Krümmer immer wieder nachziehen“. Nach kurzer Rast trommelte Erhard sein „Rudel“ zusam­men. „Die Motoren sind abgekühlt, jetzt geht‘s in Richtung Geismar weiter und dann die Serpentine rauf zum Hülfensberg“, so der 59-jährige. Mit einer Durchschnittsge­schwindigkeit von rund 40 km/h ging es durch enge Kehren und Kurven schlangen­förmig die Straße hinauf zum Hülfensberg.

Extra für diesen Tag hatten wohl einige Simsonfahrer ein ordentliches Benzin-Öl-Gemisch in ihrem Tank. Eine mächtige blaue Abgaswolke folgte uns durch den Wald hinauf bis zum Gipfelplateau. Ein Fahrer sagte: „Ich habe gedacht, ich muss unterwegs absteigen, meine Kupplung war ständig am Schleifpunkt“. Oben auf 448 Höhenmeter angekommen begrüßte uns der Hausvikar Bruder Johannes. Nach einer kurzen An­sprache, wünschte er uns einen angenehmen Aufenthalt am Wallfahrtsziel.

Von dort oben hatten wir eine tolle Aussicht. So konnten wir in die südwestliche Richtung über das Werrabergland, Heldrastein bis hin zum Thüringer Wald blicken und sogar den Inselsberg erahnen. In der anderen Richtung schauten wir in die bergige Landschaft des Eichsfeldes mit der Gobert und den Dieteröder Klippen. Gleichzeitig sorgten Familie Fischer und Familie Birkl für ein deftiges Mittagsessen mit Eichsfelder Spezialitäten. Während unseres Aufenthaltes konnten wir viel sehen und über den geschichtlichen Hintergrund des Hülfensbergs erfahren. Nach einer gemütlichen und ausgiebigen Rast wollten wir dann weiter; wir hatten „Fahrriemen“. Es ging wieder Richtung Heimat. Wir fuhren in Kolonne Richtung Ershausen. In jedem Dorf zogen wir die Blicke auf uns, denn man hörte uns schon von weitem. Es wurde mit Signalhorn und Handzeichen gegrüßt und alle freuten sich mit uns. Im Heimatort angekommen, gab es die obligatorische Ehrenrunde durch Röhrig und alle wussten, die Fahrer sind wieder unversehrt angekommen.

Im Vergleich zum Vorjahr gab es in diesem Jahr keine technischen Ausfälle. Unsere Motoräder waren bestens vorbereitet. Endpunkt war die Feuerwehr Röhrig. Dort ließen wir den Abend, unter Einhaltung der Hygienevorschriften, gemütlich ausklingen und reflektierten über das Erlebte des zurückliegenden Tages. Wir haben viel gesehen. Stolz waren wir auf unseren ältesten Fahrer Rüdiger mit seinen 75 Jahren und Leon ein junger Sozuis mit 3 Jahren, der bei seinem Opa mitfahren durfte. Insgesamt fuhren wir 73 Kilometer. Einige sagten: „Ich glaube, ich muss mein Sitz aufpolstern, ich merke meinen Körper.“

Danke sagen alle Fahrer und deren Begleiter unseren Organisatoren Familie Roth, Familie Fischer und Familie Birkl. Es hat allen Spaß gemacht. Ihr habt uns bestens versorgt. Es war ein schöner Tag, den wir seit langem mal wieder in einer größeren Gruppe erleben durften.

„Nächstes Jahr geht es auf den Sonnenstein mit Zwischenstopp in Etzelsbach“, verriet Erhard Roth am späten Abend.

An alle Leser: Bleibt gesund und lasst uns hoffen, dass bald wieder Normalität einkehrt.

Text: Patrick Pflug
Fotos: Biker Röhrig

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