|
Jörg
Berger, der Fußballtrainer der 1. und 2. Bundesliga, ist
nach langer, schwerer Krankheit am 23. Juni 2010 in Duisburg
verstorben. Das Grenzmuseum "Schifflersgrund" hatte
Jörg Berger eingeladen, er wollte am 17. März 2010
aus seinem Buch "Meine zwei Halbzeiten - Ein Leben in Ost
und West" lesen. Als ehemaliger Oberliga-Fußballer
der DDR schildert er sein bewegtes Leben als Fußball-Coach
und berichtet über seine Flucht und von seiner Krebserkrankung.
Berger überlebte in den 80er Jahren, während seiner
Zeit beim KSV Hessen Kassel, einen Giftanschlag; die Beweise
für an ihn gerichtete Morddrohungen erhielt er erst nach
der Wiedervereinigung Deutschlands nach Durchsicht seiner Stasi-Akten.
Die Gedenkstätte wollte einen Blick in das Leben eines
"verfolgten aktiven Sportlers durch die Stasi" werfen
und hatte viele Schulen, Fußball- und Sportvereine eingeladen.
Der Abend sollte ein Beitrag zum Aufklärungsprogramm für
Schüler und Jugendliche unter der Zielsetzung "Demokratie
erfahren" sein. Nur eine Woche vor dem geplanten Termin
sagte Jörg Berger persönlich per Telefon die Veranstaltung
ab, versprach aber "sein Kommen " für den Herbst
2010. Enttäuschung wurde schnell durch Vorfreude ersetzt.
Umso bewegter reagieren der Vorstand und die Mitarbeiter der
Gedenkstätte auf die Nachricht vom Tode des Autobiographen,
der sein Versprechen nicht mehr einlösen konnte, weil seine
schwere Krankheit ihm keine Zeit mehr dafür gewährte.
Dankbar erinnert man sich an das im Vorfeld persönlich
geführte Gespräch mit Jörg Berger anlässlich
einer Einladung der Hessischen Landesregierung.
Helke Löhr
Verantwortlich für Presse- und Informationsarbeit
|