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23.07.2010
 
Fußballtrainer Jörg Berger kann sein
Versprechen nicht mehr einlösen
 

v. l. Jörg Berger plant seine Lesung mit Michael Dölle und Helke Löhr (6. November 2009, Hessische Staatskanzlei, Wiesbaden) Jörg Berger, der Fußballtrainer der 1. und 2. Bundesliga, ist nach langer, schwerer Krankheit am 23. Juni 2010 in Duisburg verstorben. Das Grenzmuseum "Schifflersgrund" hatte Jörg Berger eingeladen, er wollte am 17. März 2010 aus seinem Buch "Meine zwei Halbzeiten - Ein Leben in Ost und West" lesen. Als ehemaliger Oberliga-Fußballer der DDR schildert er sein bewegtes Leben als Fußball-Coach und berichtet über seine Flucht und von seiner Krebserkrankung. Berger überlebte in den 80er Jahren, während seiner Zeit beim KSV Hessen Kassel, einen Giftanschlag; die Beweise für an ihn gerichtete Morddrohungen erhielt er erst nach der Wiedervereinigung Deutschlands nach Durchsicht seiner Stasi-Akten. Die Gedenkstätte wollte einen Blick in das Leben eines "verfolgten aktiven Sportlers durch die Stasi" werfen und hatte viele Schulen, Fußball- und Sportvereine eingeladen. Der Abend sollte ein Beitrag zum Aufklärungsprogramm für Schüler und Jugendliche unter der Zielsetzung "Demokratie erfahren" sein. Nur eine Woche vor dem geplanten Termin sagte Jörg Berger persönlich per Telefon die Veranstaltung ab, versprach aber "sein Kommen " für den Herbst 2010. Enttäuschung wurde schnell durch Vorfreude ersetzt. Umso bewegter reagieren der Vorstand und die Mitarbeiter der Gedenkstätte auf die Nachricht vom Tode des Autobiographen, der sein Versprechen nicht mehr einlösen konnte, weil seine schwere Krankheit ihm keine Zeit mehr dafür gewährte. Dankbar erinnert man sich an das im Vorfeld persönlich geführte Gespräch mit Jörg Berger anlässlich einer Einladung der Hessischen Landesregierung.


Helke Löhr
Verantwortlich für Presse- und Informationsarbeit

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